Der Herr der Ringe Trilogie (2001-2003) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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Pünktlich um die Weihnachtszeit wanderte der Herr der Ringe nicht nur durch Mittelerde, sondern auch in meinen Blu-ray-Player. So arbeitete ich an 3 Tagen 3 Filme mit je etwa 3 Stunden Laufzeit ab. Das Ergebnis ist nicht nur ein gutes Gefühl, sondern diese (erstmals!) entstandene Trilogie-Kritik, die alle 3 Filme in nur einem Artikel vereint.

Von normal zu extended und zurück

Im Jahr 2001 saß ich wie die meisten Kinofans pünktlich zur Premiere von „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ im Kino und genoss trotz Zwangsunterbrechung einen fantastischen Fantasy-Film, basierend auf einem noch fantastischeren Buch. 2002 lockten mich erneut gute Freunde in den klang- und lichterfüllten Kinosessel, nur um diesen nach „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ und erneut knapp 3 Stunden wieder zu verlassen. Und 2003? Nichts. Kein weiterer „Der Herr der Ringe“ für mich. Ich hatte – salopp gesagt – die Schnauze voll von Überlänge-Mittelerde und konnte mir nach einer kurzen Internetrecherche selbst ausmalen, wie die Geschichte endete.

Als ich nun vor einigen Tagen erneut mit der Trilogie begann, diesmal mit dem festen Ziel diese auch zu beenden, griff ich bei Teil 1 nach kurzem zögern zur Extended-Fassung. Und was soll ich sagen? Als Nicht-Buch-Leser waren mir die zusätzlichen Minuten logischerweise ziemlich egal, obgleich sie den Film nicht schlechter, sondern lediglich länger machten. Mein Fazit: Die Kinofassungen tun es genauso, und so kaufte ich am darauffolgenden Tag genau diese (inkl. Teil 1) auf Blu-ray.

Der Herr der Ringe – Die Gefährten

Der gute Frodo ist kein Bilbo, aber auch heute noch ein äußerst sympathischer Hobbit, zumindest solange, bis der eine Ring ihn zu verändern beginnt. Doch bis es soweit ist, werden Freundschaften und Bekanntschaften geschlossen, die Gruppe der Gefährten gebildet und letztendlich viele Leben genommen. „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ ist – soviel kann ich jetzt schon sagen – der gelungenste Film der Reihe, zumindest für mich. Ich empfand das Zusammenspiel in der kleinen und harmonisch wirkenden Gruppe der Gefährten als äußerst zufriedenstellend und freute mich über so wenig Jar Jar Binks Gollum wie möglich. Auch bin ich ein großer Fan Gandalfs, zumindest solange er zugegen ist. Abseits des beinahe durchweg herausragenden Casts wussten mich sowohl die Sets, als auch die Landschaften Neuseelands sehr zu begeistern, sowie natürlich einmal mehr die Musik. Weniger überzeugend fielen diesmal die Effekte aus. Was 2001 noch state of the art gewesen sein mag, wirkt heute leider nur wie das, was es letztendlich auch ist – billige Bluescreen-Tricks.

Nachdem ich nun auch „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ gesehen habe, wurden mir so einige Anspielungen in „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ erst richtig bewusst. Die Verknüpfungen hin zur aktuelleren Vorgeschichte sind somit eine Art Tüpfelchen auf dem i und schließen (zum Teil unwichtige) Kreise zufriedenstellend.

Der Herr der Ringe – Die zwei Türme

Der schwächste Teil der Reihe konzentriert sich nur wenig auf Frodo und Sam, dafür aber umso mehr auf Gollum und noch sehr viel mehr auf Aragorn, dessen Geschichte soviel wichtiger erscheint als der eigentliche Grund für die Trilogie. Das darf allerdings nicht so sehr als Kritikpunkt gewertet werden, da Viggo Mortensen hier in der Rolle seines Lebens glänzt und jede Sekunde zu begeistern weiß. Weniger ansprechend hingegen sind diverse sprechende Bäume ausgefallen, die eigentlich erst dann zu gefallen wissen, wenn sie brennen und sich selbst löschen. (Das dauert genau 4 Sekunden.) Der Krieg beginnt, die Schlachten nehmen zu und werden mit harter Axt, gespanntem Bogen und blutigem Schwert geschlagen. Hier und da ein Kopf ab, hin und wieder ein schlechter Effekt und fertig ist die FSK 12 Freigabe, die hin und wieder zu optimistisch erscheint. Pluspunkt auch diesmal wieder: Sets und Landschaftsaufnahmen.

Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs

Noch frisch in Erinnerung, da sozusagen eben erst gesehen. Mein erstes Mal. Das erste Mal „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“! Und was soll ich sagen? Der Film ist toll! Natürlich wirkt die Freundschaft zwischen Frodo und Sam immer noch etwas zu herzlich, Gollum nervt nach wie vor und die Effekte bewegen sich immer noch auf einem schmalen Grat zwischen solala und passt schon, aber insgesamt sprechen wir hier von einem großartigen Fantasy-Machwerk, das dem Erstling in nichts nachsteht. Natürlich unterscheiden sich die Wege der Hauptcharaktere grundlegend, doch die Charakterzeichnung, sowie die Fortführung der Geschichte(n) wirkt/wirken wie aus einem Guss. Und um nicht nur Aragorn die Krone aufzusetzen, ist Minas Tirith Dreh- und Angelpunkt des Films, sowie ein optisches Highlight, fernab generischer Ritterburgen aus thematisch ähnlichen Filmen.

„Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ ist ein durchweg gelungener Abschluss der Reihe, der tatsächlich die eine oder andere Frage offen im Raum stehen lässt. Es mag sein, dass das Buch diese zu beantworten vermag, aber um ehrlich zu sein hätte ich nichts dagegen zu erfahren, wohin Frodo und Gandalf letztendlich reisen. Und wer weiß? Einst dachte niemand, „Star Wars“ 1-3 würden wirklich kommen…

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. bullion sagt:

    Die Filme habe ich früher auch immer zur Weihnachtszeit gesehen. Natürlich die erweiterten Fassungen, die mir bedeutend runder erscheinen. Ich möchte da keine Minute missen. Auch besitzen die Extended Cuts auf Blu-ray eine deutlich höhere Bildqualität (zumindest der erste Teil). Aber nun gut, wenn man nur Durchreisender in Mittelerde ist, mag das genügen – ich verweile stets gerne ein wenig länger (zumindest solange kein HFR im Spiel ist).

  2. donpozuelo sagt:

    Yup, kann ich so voll und ganz unterschreiben, aber deine Gedanken über weitere Filme darfst du doch nicht so offen im Netz publik machen. Das geht nur schief und wir bekommen weitere Herr-der-Ringe-Filme, die in die Hose gehen. Wie Star Wars 1-3 😀

    Ich könnte mir ja eher vorstellen, dass sich wirklich noch jemand an „Das Silmarillon“ wagt und da ein paar Sachen draus klaut.

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