Der Biber (2011) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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3,33 von 5 Sterne (3 Bewertung(en))

Mel Gibson ist eine Ikone, egal was andere sagen. Er ist ein Action- und Sci-Fi-Held, der coolste Raucher auf diesem Planeten und der Mann, der mit einem schlichten Gesichtsausdruck mehr sagt, als manche mit tausenden von Worten. Habe ich etwas vergessen? Ach ja, in Sachen Drama weiß er auch, was er tut.

Im Film „Der Biber“ gibt Gibson den depressiven Walter Blacks, dessen Leben völlig aus den Fugen gerät. Seine Frau verlässt ihn und er denkt sogar an Selbstmord, bis eine Handpuppe seine Aufmerksamkeit erregt: Ein Biber. Fortan kommuniziert er nur noch über diese Handpuppe und wirkt glücklicher denn je. Dumm nur, dass er am Höhepunkt angelangt nicht mehr vom Biber loskommt.

Wie bereits erwähnt, kenne ich Mel Gibson als toughen Guy, den Actionhelden, den Unwiderstehlichen. Umso überraschter war ich, als ich das erste Mal von „Der Biber“ hörte, in dem Mel Gibson einen gebrochenen Mann gibt. Kann denn das funktionieren? Das waren meine ersten Gedanken. Ja, es funktioniert. Eine Depression kann wohl nicht anders aussehen oder ablaufen. Wenn er gebeugt geht, jeglichen Augenkontakt vermeidet und sich gänzlich unsicher fühlt, zweifelt man an Walter und ist gleichzeitig beeindruckt von Gibson. Derart introvertiert und verstört erlebte man ihn noch nie. Dennoch ist „Der Biber“ kein reinrassiges Drama. Manchmal kann man lachen, die meiste Zeit aber dennoch mitfühlen. Einzig die Tatsache mit der Handpuppe wirkt verstörend und seltsam, gleichzeitig aber auch nachvollziehbar, obwohl ich keine Ahnung von dieser Krankheit habe.

Ich muss zugeben, dass ich das neue Leben durch eine Handpuppe anfangs äußerst lächerlich fand, sich meine Meinung aber im Minutentakt änderte. Wenn man sich in den Charakter hineinversetzt, kann man beinahe schon spüren, was er durchmacht und dass es so seine einzige – selbstauferlegte – Chance auf Besserung ist. Walters Geschichte ging mir ans Herz, wenngleich die Auflösung meiner Meinung nach zu drastisch und überzogen wirkte. Aber selbst da lasse ich mein Urteil nur wenig gewichten, da ich keine Ahnung habe, ob diverse Personen in solch einer Situation nicht etwas ähnliches gemacht hätten.

So „schön“ die Geschichte über Walter mitsamt Biber auch sein mag, sie teilt sich den Film u. a. mit der seines Sohnes, der unter keinen Umständen so sein will wie sein Dad. Dazu gesellt sich ein tolles Ensemble rund um das aktuelle Sternchen Jennifer Lawrence, deren Figur ebenfalls diverse Probleme mit sich bringt. Sie alle sorgen dafür, dass man sich nach dem Film einmal gehörig am Kopf kratzt, eine Nacht drüber schlafen muss und letztendlich zum Ergebnis kommt, dass „Der Biber“ eine äußerst interessante und leicht übertrieben wirkende Komposition von Extremsituationen ist, die sich keinesfalls für einen gemütlichen Filmabend eignet. „Der Biber“ ist Gefühlskino zum Mitdenken und -fühlen und vermutlich ein zutreffender Einblick in die Welt solcher Menschen. Vermutlich.

Fazit

Mel Gibson kann auch dramatisch. „Der Biber“ hat mich beeindruckt, gleichzeitig aber auch mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen. Dazu muss man allerdings sagen: Ziel erreicht, Depressionen sind nicht gut!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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2 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Mel Gibson war mir immer einer meiner liebsten Darsteller. Mittlerweile sehe ich das bei ihm wie bei Tom Cruise. Mir scheißegal, was der im Privaten abzieht, hauptsache, die Filme stimmen.

    „Der Biber“ habe ich sogar im Kino gesehen und fand den eigentlich auch ganz in Ordnung.

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