12 Years a Slave (2013) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,00 von 5 Sterne (2 Bewertung(en))

Nun lief der Oscar-Gewinner also doch noch in einem mir vertrauten Kino. Grund genug, den langen Weg auf mich zu nehmen und dieses Schicksalsspiel in mich aufzusaugen.

Im Film wird der freie Mann Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) gefangen genommen und als Sklave verschleppt. Ganze 12 Jahre dient er unter diversen Herren, bis ihm irgendwann die „Flucht“ gelingt. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und konzentriert sich überwiegend auf die Geschehnisse während seiner Sklavenschaft.

„12 Years a Slave“ ist definitiv kein Film für einen gemütlichen Kinoabend. Vielmehr ist er Tragik pur, verpackt in wundervoll beängstigenden Bildern. Die Geschehnisse wirken real, die Darsteller tun dazu ihr übriges. Heraus kam ein packendes Werk, das von Anfang bis Ende fesselt.

Der Film verdient Lob für seine fantastischen Bilder und die zum Teil hervorragenden Darsteller. Dennoch möchte ich auch Kritik üben. Insgesamt erschien mir der Film ein klein wenig zu lang. Sicherlich hätte eine straffere Laufzeit nicht diese Dramatik vermittelt, aber so manch eine Szene kam mir doch zu gestreckt vor. Dazu kommt der Umstand, dass die ganze Härte der Thematik nicht so recht vermittelt werden konnte. Ich hatte stets das Gefühl, als würde man hier nun einen Bruchteil davon sehen, was wirklich geschah. Andererseits muss man im Hinterkopf behalten, dass der Film, wäre er noch härter, definitiv keine FSK-12-Freigabe mehr erhalten hätte.

Gehen wir doch einmal kurz auf den Cast ein. Chiwetel Ejiofor als Hauptdarsteller war mir beinahe ein Dorn im Auge. Zwar gab er den Mann, der nie aufgab, aber durch sein Schauspiel hatte ich vielmehr das Gefühl, als wäre er der Darsteller, der nicht für diese Rolle geboren wurde. Das soll heißen: Für den verschleppten Familienvater war er mir zumeist eine Spur zu cool. Lupita Nyong’o hingegen, die als beste Nebendarstellerin mit einem Oscar bedacht wurde, gefiel mir in ihrer Rolle als Sklavin schon bedeutend besser. Bei ihr hatte ich keine Probleme die Furcht dieser Gefangenschaft zu spüren. Dann wäre da natürlich noch der wunderbare Michael Fassbender, der den skrupellosen Master mit Bravour gibt. Bei ihm weiß man nie genau, was er als nächstes tun wird. Grandios gespielt! Und zuletzt möchte ich noch den guten Samariter Brad Pitt erwähnen, der in seiner engelsgleichen Rolle nicht so recht in den Film passen wollte.

Fazit

„12 Years a Slave“ erhielt dieses Jahr den Oscar für den besten Film. Verdient? Meiner Meinung nach nicht. Dennoch ist „12 Years a Slave“ ein großartiges und ungemein sehenswertes Werk mit beängstigend perfekten Bildern und einem sehr guten Cast.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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3 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Ejiofor fand ich echt ziemlich gut in der Rolle. Hat mich sehr beeindruckt… vielleicht auch gerade weil man ihn sonst eher aus anderen Filmen wie „Salt“ kennt. Klar, Fassbender war spitze… und was Pitt angeht, hatte ich so das Gefühl, der wollte einfach nur unbedingt mit drin sein, damit er später sagen kann, er hat da mitgespielt (und nicht nur prdouziert).

    Ansonsten fand ich den Film schon sehr bewegend. Ich fand ihn auch nicht zu lang… und das mit dem Bruchteil an Härte fand ich eigentlich ganz okay so… mehr hätte ich ehrlich gesagt auch nicht sehen wollen 😉

  2. phyXius sagt:

    In dem Film war doch von Nichtbeachtung über Beschimpfung, Verprügeln, Vergewaltigung, Auspeitschen bis hin zur Hinrichtung alles drin, was einem Menschen nur widerfahren kann. Was sollte denn da noch dazukommen, um den „wahren Schrecken“ zu zeigen? Ich fand gerade die Reduzierung dieser Szenen ziemlich gut, da dadurch nicht mit dem Holzhammer gearbeitet wurde. Das, was man im Hintergrund manchmal nur erahnen kann, war für mich beim Sehen sehr viel unangenehmer, als alles im Detail explizit sehen zu müssen. Genauso wie die „gestreckten“ Szenen immer etwas länger auf dem Unangenehmen blieben, als es eigentlich nötig war.
    Und wenn man sich in Erinnerung ruft, dass der Film auf autobiografischen Erzählungen beruht, ergibt es durchaus Sinn, dass man „nur“ ein bisschen was – eben das, was der echte Solomon erlebt hat – sieht.

    Michael Fassbender fand ich auch großartig-gruselig. Jesus Pitt hingegen war schon einigermaßen merkwürdig. 🙂

  3. Dominik sagt:

    Versteht mich nicht falsch. Allgemein fand ich den Film auch ziemlich hart und es ist mir absolut klar, dass sich vieles im Kopf abspielen sollte. Doch mir persönlich erging es eben so, dass der Funke nicht so recht überspringen wollte. Klar war ich stellenweise entsetzt, aber nicht so, wie ich es mir vor dem Film erhofft hatte.

    Und das mit der Länge dürft ihr auch nicht so krass sehen. Schließlich bekam der Film von mir eine 4,5 von 5!

    Es sind eben Details, die den Film für mich nicht perfekt wirken ließen. Allerdings solche, die ich auch ansprechen musste.

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