Stieg Larsson: Verblendung 1 Comic Review

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Erst vor kurzem rezensierte ich „Verblendung“ aus dem Hause Splitter. Von der Geschichte und Aufarbeitung war ich recht angetan, während mir die Karikatur-Zeichnungen nicht gar so zusagten. Es lag also nichts näher, als sich das bei Panini erschienene Pendant einmal genauer anzusehen..!

Das iPhone

Mittlerweile gibt es über eine Handvoll an Interpretationen zu Stieg Larsson’s Meisterwerk „Verblendung“. So eben auch diese, geschrieben von Denise Mina und gezeichnet von Leonardo Manco und Andrea Mutti. Denise Mina legte augenscheinlich viel Wert auf andere Details als Sylvain Runberg (Band von Splitter) und interpretiert auch viele Geschehnisse zum Teil völlig neu. Daraus entsteht interessanterweise eine (gefühlt) andere Geschichte mit demselben Hintergrund und einigen markanten Stellen, die sich so auch in dieser Version wiederfinden, Stichwort Vergewaltigung. Zudem stechen die Zeichnungen schnell ins Auge, die zum Teil äußerst detailreich wirken, dann aber auch wieder unfreiwillig komisch. In diesem Zusammenhang das Stichwort iPhone, das wir mehr als nur 1x unscharf und in Großaufnahme zu Gesicht bekommen. Es wirkt fast wie ein angewandter Photoshop-Filter auf einem echten Foto. Doch lässt man das und ein paar Ausrutscher in Sachen Größenverhältnisse außer Acht, erhält man ein in sich stimmiges Gesamtwerk, das natürlich auch in dieser Form nicht lückenlos daherkommt.

„Verblendung“ scheint allgemein das Problem zu haben, nur als Roman richtig zu funktionieren. Denn denkt man an die schwedischen Film-Langfassungen, so fehlt selbst dort das eine oder andere (scheinbar) wichtige Detail, wenngleich natürlich nicht alles in einem Film umgesetzt werden kann und soll. „Verblendung 1“ liegt uns deshalb vor, weil ein zweiter Teil im Oktober erscheint. Doch selbst mit der Aufteilung auf 2 Bände ist die Geschichte nicht flüssig genug erzählt, bzw. viel zu lückenhaft – sprich für Roman- oder Filmkenner „nur“ akzeptabel. Quereinsteiger hingegen werden vermutlich nichts vermissen, aber zumindest einige schnelle Sprünge innerhalb der Geschichte nicht richtig deuten können.

Wer macht das Rennen? Eigentlich ist diese Frage nicht berechtigt. Ob jetzt der Band von Panini oder Splitter, beide haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung. Obwohl mir der Splitter-Band optisch (Gewalt und Nacktheit) expliziter erschien, hat der Panini-Band dennoch zeichnerisch deutlich die Nase vorne. Die Geschichte ist dieselbe, wenngleich beide mit diversen, unterschiedlichen Lücken zu kämpfen haben. Die Ausarbeitung der Figuren wirkt ähnlich, obwohl mir Lisbeth hier etwas zurückhaltender vorkam. Der Funke ihrer Unberechenbarkeit mochte nicht so ganz überspringen.

Einen Sieger zu küren fällt nicht leicht, bzw. scheint fast unmöglich, da ich beide Varianten äußerst gerne gelesen habe und genau deshalb beide (relativ offenen) Fans der Vorlage nur empfehlen kann!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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