Millennium Bd. 1: Verblendung Buch 1 Comic Review

Millennium Bd. 1: Verblendung Buch 1
Filmherum:
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Stieg Larssons berühmt-berüchtigte Millennium-Reihe schlägt auch heute noch Wellen. Das erste Buch namens “Verblendung”, rund um das Verschwinden von Harriet Vanger und die Sucharbeit von Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist und der abgedrehten Ermittlerin Lisbeth Salander, ging sozusagen bereits in die Geschichte ein. Kein Wunder also, dass es mittlerweile mehrere Verfilmungen gibt und sich zahlreiche Comic-Autoren und -Zeichner ein Stück vom Kuchen abschneiden. Die Frage ist nur, welcher Comic lohnt sich? Ist es dieser aus dem Hause Splitter?

Die Geschichte selbst brauche ich wohl nicht mehr zu erzählen. Fans kennen sie und alle anderen sollten vor dem Comic sowieso erst das Buch lesen oder eine der beiden Verfilmungen ansehen. Denn so gut dieser Comic auch sein mag, ohne Vorwissen wirkt er unvollständig.

“Verblendung”, hier aus der Feder von Sylvain Runbergs, ist meiner Meinung nach ein fantastischer Krimi, den bislang viele als langweilig abstempelten. Und solltet ihr zu der Gruppe gehören, die das Buch oder einen der Filme zu langatmig fand, obwohl die Charaktere an sich zu gefallen wussten, kann ich euch diesen doch sehr kurzweiligen Comic nur empfehlen. Trotz der – mir nicht zusagenden karikaturistisch anmutenden Zeichnungen – fand ich viele (Neu-)Interpretationen äußerst gelungen. Logisch ist auch, dass man in 64 Seiten kein Buch unterbringen kann. So ist die Geschichte stark gekürzt, besinnt sich aber auf die Höhepunkte, ohne dabei zu stark ins Detail zu gehen, Stichwort Vergewaltigung.

Das Highlight an der Geschichte ist – seien wir ehrlich – Lisbeth Salander, dieses genial-verrückte Girlie in Punk-Klamotten. Auch hier ist sie von Piercings und Tattoos übersät, aber dennoch – oder gerade deshalb – unaufhaltsam. Sie tut es damit Mikael Blomkvist gleich, der hier nicht nur eine fesche Frisur verpasst bekam, sondern genauso wie Lisbeth ihrem Buch-Vorbild sehr ähnelt.

Ein Highlight, das ich erwähnen aber nicht verraten möchte, ist eine beiläufige Anspielung auf einen der Filme. Ihr werdet sie erkennen und schmunzeln – genauso wie ich. Alleine dieses eine Panel hat mich begeistert, da man so dem karikaturistischen Stil Rückendeckung zu geben versuchte. Und es funktioniert, wenn auch nur zu einem kleinen Teil.

Fazit

“Millennium Bd. 1: Verblendung Buch 1″ ist ohne Vorkenntnisse meiner Meinung nach nicht lesbar. Wer sich bereits über die “lückenhaften” Filme beschwert hat, sollte um diesen Comic ebenfalls einen großen Bogen machen. Und auch all jene, die mit Karikaturen nichts anfangen können, sollten vermutlich erst einen Blick riskieren, bevor sie zuschlagen. Doch reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Kenner und Freunde der großen Vorlage, die eine weitere – äußerst gelungene – Interpretation nicht scheuen, sollten hier definitiv zugreifen!

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Comic-Infos

  • Zeichnungen: José Homs
  • Erschienen am: 01.05.2013
  • Seiten: 64

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