Before Watchmen: Rorschach Comic Review

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,00 von 5 Sterne (2 Bewertung(en))

Ganz nach dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“ wussten mich die Zeichnungen dieses Rorschach-Bandes von der ersten Seite an zu begeistern. Lee Bermejo’s fantastische Zeichnungen kombinieren die reale Welt mit einer ansprechenden Cel-Shading-Optik. Und so kommt es, dass „Before Watchmen: Rorschach“ in erster Linie ein optischer Leckerbissen ist, dessen mauer Inhalt sich geschickt hinter der beeindruckenden Fassade versteckt.

Rorschach ist neben Dr. Manhattan zweifelsohne einer der interessantesten Charaktere der Watchmen-Welt. So ist er undurchschaubar und skrupellos, tritt aber stets für eine gute Sache ein. Dass Rorschach nicht alle Tassen im Schrank hat, durften wir bereits in „Watchmen“ erfahren. So ist nicht die interessante Haube seine Maske, sondern Walter Kovacs, das bürgerliche und notwendige Arschloch, dessen Äußeres das Verfallsdatum längst überschritten hat. Walter möchte allerdings keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, sondern ist in diesem Band, der auch gut und gerne nach „Watchmen“ hätte spielen können, hinter einem Frauenschänder her.

Rorschachs Gedanken in Tagebuch-Form sind gespickt von Rechtschreibfehlern, sowie auch er selbst den einen oder anderen Fehler begeht und dafür unter stärksten Schmerzen einstehen muss. Doch so oft er auch Blut spuckt, den Gejagten ergeht es nicht wirklich besser. Mit äußerster Härte geht er gegen einen nach dem anderen vor und sammelt Erfahrungen – so wie er es selbst sagt – für die Zukunft.

Das Problem mit Rorschachs Einzelgang ist der, dass es im Endeffekt ein Actioncomic mit austauschbarem Gegner ist. Zwar ist Rorschach immer noch derselbe wie in „Watchmen“, und das rechne ich Autor Brian Azzarello hoch an, aber mir persönlich gefielen seine Ausflüge zusammen mit Nite Owl und Co. deutlich besser – und das nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Wortgefechte.

Und das war es dann leider auch schon. Die Kritik fällt genauso kurzweilig aus wie der Comic selbst. Fans von Rorschach sollten definitiv zuschlagen, aber keine weiteren Einblicke in seine Psyche erwarten. Denn während diese unter Verschluss bleibt, fehlen auch wünschenswerte Beziehungen hin zu den anderen Watchmen. 4/5 Sterne vor allem wegen der großartigen Optik!

PS: Die Leseprobe gibt es auf Filmherum!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. Ja, da sind wir uns mal wieder größtenteils einig. Großartige Optik mit einer eher austauschbaren Geschichte, die – da gebe ich dir auch vollkommen recht – genauso gut nach „Watchmen“ hätte spielen können und somit nicht unbedingt das „Before…“ im Titel erklärt. Die Zeichnungen reißen es wirklich raus und dass Rorschach sich eben, ja, immer noch wie Rorschach anfühlt.

    Was Bermejos Zeichnungen angeht, kann ich dir übrigens noch „Batman: Noël“ ( http://medienjournal-blog.de/2012/12/review-batman-noel-graphic-novel/ ) ans Herz legen, sieht genauso grandios aus!

  2. Iggy sagt:

    peinlich peinlich peinlich…. Er heisst DR MANHATTAN und nicht Captain Manhattan….
    Auch das die Geschichte nach Watchmen spielen könnte ist totaler Blödsinn. Ich möchte hier jetzt nichts spoilen, deshalb lest doch watchmen einfach nochmal durch – das lohnt sich eh…

    • Dominik sagt:

      Jup, Dr. – ist ausgebessert. 😉

      Mit dem „danach spielen“ – ich bleibe dabei. Natürlich stimmt das nicht zu 100%, falls du das meinst, aber theoretisch wäre es möglich.

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