Verflucht, verdammt und Halleluja! (1972)

Filmherum:3/53 von 5 Sterne von Dominik
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4,40 von 5 Sterne (5 Bewertung(en))

„Verflucht, verdammt und Halleluja!“ ist der 3. Teil der sog. Trinity-Reihe, der allerdings eine etwas andere Richtung als seine beiden Vorgänger „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ und „Vier Fäuste für ein Halleluja“ einschlägt. So steht nicht mehr das weltbekannte Duo Spencer/Hill im Rampenlicht, sondern nur Terence Hill als piekfeiner Stadtmensch, sowie 3 Cowboys mit Blei im Blut.

Filmkritik

Ich habe den Film nun tatsächlich zum ersten Mal gesehen, und das obwohl ich bis dato behauptet habe, jeden Film mit Bud Spencer, bzw. Terence Hill, schon einmal gesehen zu haben. So kann man sich irren. Und obwohl mir der Film bis heute schleifen ging, kam mir vor allem eine Szene sehr bekannt vor: Terence Hill im Sportanzug bei der tierischen Morgengymnastik. Ein herrlich absurd-dämliches Bild, selbst für eine Western-Komödie.

Der Film handelt vom unaufhaltsamen Fortschritt im Wilden Westen, von 3 Cowboys, die genau diesem entgehen wollen und einem jungen Kindskopf, der von den Revolverhelden zum Mann gemacht wird. Mit den bisherigen Trinity-Filmen hat das nicht viel bis gar nichts gemein, außer vielleicht dem Western-Setting. Stören tut das allerdings zu keiner Zeit, da der Film perfekt platzierte Gags bietet und trotz der doch eher flachen Story ungemein unterhaltsam ist, sofern man auf das wohl markanteste Westerngesicht, nämlich dem von Bud Spencer, verzichten kann. Denn genau das scheint anfangs noch unmöglich, bessert sich dann aber von Minute zu Minute.

Was natürlich (oder zum Glück) nicht fehlen darf, sind Schlägereien, in denen Terence Hill mehr als sonst einstecken muss. Verzieren tut er das zu jeder Zeit mit einem herrlich dämlichen Gesicht, mit dem er einmal mehr sein komödiantisches Talent zeigt. Doch auch die anderen 3 wichtigen Nebendarsteller wissen zu gefallen, da ihre Charaktere gut ausgebaut sind, bzw. mit der Zeit noch werden. Das größte Problem sind demnach keine flachen Figuren, sondern vielleicht einfach nur ein Hauch von Sinnlosigkeit, die der Film zu jeder Zeit versprüht. Störend ist das aber keinesfalls, da er selbst über die langen 125 Minuten hinweg bestens zu unterhalten weiß.

Schön zu sehen war auch, dass Riccardo Pizzuti, der wohl bekannteste Stuntman aus so ziemlich jedem Spencer/Hill-Streifen, hier eine Art Hauptrolle einnahm und als Gegenpart von Terence Hill sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen durfte. Sein Gesicht ist aller Welt bekannt und jeder liebt ihn – und umso schöner ist es, dass seine Leistungen hier einmal mehr gewürdigt werden. Und ja, auf die Nase bekommt er natürlich auch genug. 🙂

Blu-ray

Bild (1920x1080p | 2.35:1)

Schon bei den ersten Szenen fällt auf, dass hier keine allzu große Überarbeitung stattfand. Das Bild mag zwar hier und da schön scharf sein, aber Verschmutzungen und gelegentliche (starke) Unschärfen trüben das doch insgesamt befriedigende Bild. Dass die Farben ausgewaschen sind, darf man allerdings niemanden ankreiden, da es sich letztendlich um einen Western handelt, der das staubige Setting gefälligst auch durch entsprechend schmutzige Bilder vermitteln soll. Ein etwas stärkerer Kontrast hingegen wäre definitiv angebracht gewesen, mal abgesehen vom deutlich sichtbaren Filmkorn, das sich gerne negativ auf die Bildqualität auswirkt.

Ton (Deutsch, Dolby Digital 2.0)

Die deutsche Tonspur ist in Ordnung, meiner Meinung nach aber mehr Mono als Stereo. Und einmal abgesehen von Terence‘ ungewohnter Synchronstimme gibt es nichts auszusetzen. Die Tonspur ist immer klar verständlich und wirkt nicht blechern wie bei manch anderem Western oder Film aus dieser Zeit.

Insgesamt keine Meisterleistung, aber irgendwie erwarte ich hier auch keinen versucht grandiosen 5.1-Upmix, für den man sich letztendlich hätte schämen müssen. Also lieber so und relativ hochwertig als künstlich aufgeputscht und lächerlich.

Extras

Es gibt zwei wirklich sehenswerte und interessante Featurettes zum Film. Das für mich beste stellte das Interview mit Riccardo Pizzuti, den ich als alten Mann erst gar nicht erkannte, dar. Doch auch völlig ergraut schien er äußerst sympathisch und redegewandt. Das waren definitiv 35 Minuten meines Lebens, die sich gelohnt haben! Die anderen 15 Minuten (Analyse des Films mit Filmhistoriker Antonio Bruschini) waren ebenso keine Verschwendung. So weist uns Bruschini auf viele kleine Details im Film hin, die so auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich waren, oder eben gar nicht ersichtlich sein sollten. Denn manchmal ist so eine Analyse auch rein subjektiv. Man darf sich hierüber gerne selbst seine Meinung bilden, aber ich denke, dass Antonio Bruschini hier ein paar sehr treffende Worte über den Film los wurde.

Fazit

„Verflucht, verdammt und Halleluja!“ ist eine absolut unterhaltsame und witzige Western-Komödie, ganz im Stile der beliebten Spencer/Hill-Western, in diesem Falle eben nur mit Hill, der allerdings auch alleine immer wieder zu glänzen weiß. Die Blu-ray bietet ein akzeptables Bild, das mehrmals mit einer guten Schärfe überzeugt. Der Ton ist in Ordnung und die beiden Featurettes wissen zu begeistern. Summa summarum eine akzeptable Auswertung eines mehr als sehenswerten Films für Fans des Genres.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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3 Responses

  1. cRuEllY sagt:

    Puh, ich hatte schon Angst, du hättest dem Film nur 3 von 4 Sternen gegeben und war gerade dabei mir die passenden Schimpfworte auszudenken 🙂

    Mit 4 von 5 Sternen kann ich leben, in meinen Augen einer der besten Solo-Filme von Terence Hill, welcher unter einem grandiosen Enzo Barboni glänzen durfte.

    Das Interview mit Riccardo Pizzuti ist leider mittlerweile auf jeder 2. DVD/Blu-Ray eines Bud Spencer/Terence Hill Films. So sehenswert dieses ist, sind mir Analysen wie die von Filmhistoriker Antonio Bruschini um einiges Lieber und für die Blu-Ray Fassungen hätte man sich wirklich etwas mehr Mühe geben können bzw. etwas mehr Auswahl. Was z.B. ist aus den für Blu-Ray angekündigten LiveEvents geworden, mit denen Sony damals so groß für ihr Format warb? Außer einer Trailershow anderer Filmde des Publishers habe ich bisher nicht viel von diesem Feature gesehen.

    So wurde z.B. angekündigt, man könnte sich Live im Film Kommentare der Schauspieler zur Szene, Biographien, Diskussionen und was weiß ich alles einblenden lassen. In meinen Augen wird das Blu-Ray Format nicht einmal ansatzweise in seinen Möglichkeiten ausgereizt und das nur aus Kostengründen und der Unwissenheit der Käufer.

  2. Django sagt:

    Nun ja, wäre das Bild extrem Scharf wie es hier verlangt wird, würde es sicherlich etwas negativ auswirken. So muss ein Bild nun mal aus diesem Jahre ausschauen und nicht anders. 4 von 5 Sternen würde ich für diesen Klassiker angemessen halten.

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