The Hunter (2011)

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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Martin David (Willem Dafoe) ist ein hoch bezahlter Industrie-Söldner für besondere Aufgaben. Eine skrupellose Biotech-Firma schickt ihn nach Tasmanien, um eine mystische und wahrscheinlich äußerst profitable Kreatur zu finden: den letzten Tasmanischen Tiger. Martin soll ihn erlegen und sein Gen-Material sicherstellen. In der undurchdringlichen Wildnis der tasmanischen Berge, wo jeder Fehltritt, jede Unachtsamkeit oder kleinere Verletzung einen einsamen Tod bedeuten kann, legt sich Martin auf die Lauer. Er weiß, dass seine Zeit knapp ist. Schon bald findet er Zeichen, dass er da draußen nicht mehr allein ist …

Filmkritik

Selten: Der Tasmanische Tiger. Noch seltener: Eine gelungene Direct-to-DVD-Produktion. „The Hunter“ ist einer dieser wenigen Filme, die direkt auf DVD und Blu-ray verbannt wurden, aber dennoch richtig gut sind. Warum es der Film nicht ins Kino geschafft hat, kann ich schnell sagen: Er ist nicht für die Masse bestimmt. Denn wenn Willem Dafoe einsam durch atemberaubende Landschaften streift und man lediglich einen aufs Minimum reduzierten Score vernimmt, dann schlagen bei vielen unmittelbar die Langeweile-Alarmglocken. Sollte das allerdings der Fall sein, gibt’s jetzt von mir eins auf die Glocke! Selten war ein ruhiger Film atmosphärischer und spannender. Willem Dafoe stellt einmal mehr unter Beweis, dass er ein großartiger Schauspieler ist, der in absolut jeder Rolle aufgehen kann. Als einsamer Mann in der Wildnis und Zivilisation kämpft er sich unaufhaltsam in Richtung Ziel und entwickelt eine bis dato nicht dagewesene Zuneigung zu ebenfalls verlorenen Seelen in der Einöde. Die Wandlung Dafoe’s ist dabei überzeugend, und nicht wie in vielen anderen Werken unglaubwürdig oder hingeklatscht.

„The Hunter“ ist ruhig, gut besetzt und außerdem ein fantastischer Naturfilm. Die Landschaftsaufnahmen sorgen unverzüglich für Fernweh und Abenteuerlust. Dabei steht das Abenteuer im Film nicht einmal im Vordergrund, sondern macht Platz für eine gelungene Beziehungskiste in Verbindung mit der Suche nach dem Tasmanischen Tiger und dem inneren Selbst.

„The Hunter“ ist gut, wenn man sich darauf einlassen kann. Das Ende mag vielleicht ein klein wenig übertrieben sein, aber sonst durchlebt man mit dem genialen Willem Dafoe eine Berg- und Talfahrt der Gefühle in atemberaubender Kulisse.

Bild

Der Schwarzwert ist stellenweise ziemlich grottig und dürfte sich meiner Meinung nach gerne in Grauwert umbenennen. An sich ist das Bild schön scharf, schwächelt aber immer einmal wieder und wirkt dann etwas weicher. Die Filmkorn-Struktur ist dauerhaft erkennbar, aber zu keiner Zeit störend. Insgesamt weiß das Bild zu überzeugen und sorgt für ausreichend HD-Feeling.

Ton

Ihr habt doch sicher oben gelesen, dass der Film ziemlich ruhig ist. Dementsprechend überraschen hauptsächlich einige spontane Schüsse oder selten eingesetzte Surround-Effekte. Die meiste Zeit wird kraftvoll aus dem Center gesprochen und der Score kriecht leise aus allen umliegenden Boxen. Auszusetzen gibt es eigentlich nichts. Denn wer sich darüber aufregt, dass es nicht genug kracht oder manche Boxen der Surround-Anlage an Vereinsamung sterben, der hat den Film nicht verstanden.

Extras

Das Making of besteht aus mehreren Teilen, die allesamt sehenswert sind und tiefere Einblicke in die Materie und Intentionen des Regisseurs und der Darsteller bieten. Lediglich Sam Neill fiel etwas negativ auf, da er den Film am liebsten für sich beansprucht hätte. Abgesehen vom Making of muss man sich mit Trailern begnügen. Das war’s und ist ganz klar zu wenig, wenn auch nicht verwunderlich, da es sich um eine Art B-Movie handelt. Immerhin wird der Käufer mit einem Wendecover beglückt.

Fazit

„The Hunter“ ist Dank Willem Dafoe und einer der schönsten Fleckchen dieser Erde als Bühne höchst ergreifend und atmosphärisch. Die Blu-ray ist gelungen und lässt immer wieder HD-Feeling aufkommen, auch wenn das Bild gelegentlich schwächelt und der Ton nicht mit Hollywoodproduktionen mithalten kann und will. Extras? Extra wenig.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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