Restrepo

Filmherum:2/52 von 5 Sterne von Dominik
Besucher:1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Zuerst einmal die Handlung dieser Kriegsdoku: „Restrepo“ ist der Name eines Außenpostens der US-Armee im afghanischen Korengal-Tal, von den GIs auch „Tal des Todes“ genannt: Nirgendwo anders in Afghanistan hatte die USA mehr gefallene Soldaten zu beklagen. Über ein Jahr hinweg begleiteten die Regisseure Sebastian Junger und Tim Hetherington ein Platoon der 173. US-Luftlandebrigade bei ihrem Einsatz und zeigen dabei den durch Feuergefechte geprägten, schonungslosen Alltag der Truppe. Dabei kommen weder Diplomaten oder Generäle zu Wort, sondern ausschließlich Fußsoldaten. Somit hat der Zuschauer erstmals die Möglichkeit, einen nach heutigen Verhältnissen geführten Krieg komplett aus Sicht der Bodentruppen zu erleben.

Film (Doku)

So „gut“, interessant und authentisch diese Inhaltsangabe auch klingen mag, so sehr enttäuscht die Doku letztendlich. Natürlich erhält man einen Hauch von Einblick in diese schwere Zeit der Jungs im Krieg. Das große Problem ist einfach, auf welche Art das vermittelt wird. Richtig Mitleid oder Angst kommt nie auf. Dazu sind mir die Soldaten viel zu schießwütig und kriegsgeil. Ich persönlich hatte zu fast jeder Zeit das Gefühl, dass die jungen Soldaten in einer Art realen Computerspiel gefangen wären. Schießen ist cool, und wenn Körper platzen, ist das gleich noch besser.

Wir bekommen – wie so oft – vermittelt, welch gute Absichten Amerika doch hat. Doch mal ehrlich. Warum sind sie wirklich dort? Um den Leuten zu helfen eine Straße fertig zu bauen? Wirklich? Wofür brauchen die Menschen dort diese Straße?

Zu viele offene Fragen, ein falsch vermitteltes Bild und nicht annähernd das, was es sein soll. Hier fiel anscheinend zuviel der Schere zum Opfer. Mit etwas mehr Mut wäre vielleicht auch einmal die andere Seite beleuchtet worden, und nicht nur die ach so guten Absichten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Enttäuschend und keinesfalls preisverdächtig!

Blu-ray

Sowohl Bild als auch Ton variieren sehr oft. Mal gefilmt mit hochwertigem Equipment, oftmals aber auch mit Helmkameras oder sonstigen ungeeigneten Geräten. Daraus ergibt sich ein sehr wechselhaftes Bild. Bei den Nachtszenen oft unglaublich krieselig und unansehnlich, bei Tagaufnahmen und Weitwinkelshots ein gutes und sehr scharfes Bild. Da das aber die Ausnahmen sind, und die meiste Zeit einfach nur Wackelbilder oder relativ unscharfe Aufnahmen über den Bildschirm flimmern, rate ich vom Kauf der Blu-ray ab. Die DVD dürfte auf jeden Fall ausreichend sein. Auch der Ton macht hier keine Ausnahme. Zeitweise wünscht man sich selbst eine Waffe, um den Boxen den Gnadenschuss zu geben. Rauschen, Knistern, zu leise, zu laut. Alles dabei! Selbstverständlich ist genau das authentisch, und genau deshalb werde ich nicht weiter drauf eingehen. Ich möchte lediglich sagen, dass die Blu-ray Fassung hier absolut unnötig ist. Die wenigen Extras (Interviews, Trailer) reissen letzten Endes auch nichts mehr.

Fazit

Abgesehen davon, dass ich meine persönliche 300-Wort-Marke überschritten habe, möchte ich sagen, dass es das absolut Wert war und ich mich noch viel mehr über diese Doku aufregen könnte. Hier wird uns nicht der wahre Krieg präsentiert. Denn würde uns dieser präsentiert, könnte rein niemand mehr ohne Albträume schlafen! Das für mich vermittelte Bild ist ein Actionshooter mit Helden, die es wie immer nur auf einer Seite gibt. Technisch gibt es nur eins zu sagen: Die DVD reicht völlig!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

Jetzt bei Amazon einkaufen und sparen

2 Responses

  1. Ralf sagt:

    Ich glaube nicht, dass man diesen Krieg realistisch darstellen kann. Das ist alles gefiltert. Man sieht das, was man sehen soll. Ich glaube auch nicht, dass ein großer Teil der Soldaten kriegsgeil oder ohne Mitleid sind. Du hast mich aber auf jeden Fall neugierig auf den Film gemacht. Werde ihn anschauen, Danke.

  2. Und ich dachte das ist eine Verarsche von Repo Men…
    So gesehen kann man nichts realistisch darstellen, aber man kann Realismus als Fiktion kreieren, dazu eignet sich Doku halt eher nicht. Doku ist immer verlogener als Fiktion, weil es immer so „ungefiltert“ tut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.