My Week with Marilyn (2011)

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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Wer war Marilyn Monroe wirklich? Was steckte hinter der wunderschönen und begehrenswerten Fassade? „My Week with Marilyn“ beleuchtet genau eine Woche des Filmdrehs zu „The Prince and the Showgirl“ in der sie sich und der junge Regieassistent Colin Clark näher kamen.

Wenn ich „Marilyn Monroe“ höre, denke ich an weiße Kleider und belüftende U-Bahnschächte, an Sexappeal in den 50ern oder an eine immer gern gesehene Schauspielerin. Dass hinter all dem mehr steckt, ist vermutlich jedem klar. Man denke dabei nur an die Hollywoodstars von heute, die gerne ihre Problemchen über Twitter zwitschern oder sich von den Schmierfinken zahlreicher Zeitschriften und Zeitungen in Grund und Boden schreiben lassen, nur um wieder im Rampenlicht zu erscheinen. Heute ist negative Werbung eben gut. War es damals auch schon so? Gab es negativen Klatsch und Tratsch über Marilyn? Ich weiß es nicht. Dafür weiß ich nach „My Week with Marilyn“ eines ganz sicher: Wo gleißendes Licht ist, ist zwangsweise auch dunkelster Schatten.

Michelle Williams wird nicht grundlos für ihre Rolle als Marilyn Monroe in den höchsten Tönen gelobt. Ich habe mir direkt nach dem Film zahlreiche Clips mit der echten Marilyn angesehen und war schlichtweg beeindruckt. Michelle Williams hat scheinbar nicht nur das Aussehen geerbt, sondern auch die Bewegungen, die heißen Blicke, die Leidenschaft in den Augen und vermutlich auch ihre Traurigkeit. Sie ist zweifellos glaubhaft in ihrer Rolle und überzeugt mit vollstem, teilweise auch weniger – bis gar nicht – bekleideten, Körpereinsatz.

My Week with Marilyn Szenenbild
Hast du meine Badeente gesehen?

Es ist erstaunlich, wie schnell jemand umschwenken kann. Man kennt das zwar aus dem echten Leben, aber ein Star wie Marilyn? Warum sollte sie Probleme haben? Und welche sind das eigentlich? Tja, darüber lässt einen der Film leider etwas im Unklaren. Ihre Beweggründe werden nur angeschnitten. Dafür wird aber schnell und klar deutlich, dass diese scheinbar selbstbewusste, junge Dame, genauso zerbrechlich sein kann wie jeder andere auch. Diese Zerbrechlichkeit erhält allerdings einen etwas bitteren Beigeschmack durch Alkoholkonsum, Tablettenabhängigkeit und – nennen wir es – geistiger Verwirrtheit. Denn sollte wirklich alles so geschehen sein, wie es uns der Film weismachen möchte, dann brach Marilyn scheinbar schnell unter dem Druck ihrer Bekanntheit zusammen.

Ein Blick zurück nach Hollywood im Hier und Jetzt. Gibt es große Stars, die noch nicht wegen Drogen- oder Alkoholexzessen von sich Reden machten? Sind nicht auch schon zahlreiche Größen daran zugrunde gegangen? Früher war es nicht anders. Heute gibt es lediglich mehr Mittel und Wege, die Öffentlichkeit darüber zu unterrichten. Doch soll genau dieses Problem nicht das Hauptaugenmerk des Films sein. Vielmehr geht es Marilyns Kurzbeziehung mit Colin Clark, gespielt von Dauergrinser Eddie Redmayne, die wie so oft mit zwei gebrochenen Herzen endet. Schön anzusehen ist das ironischerweise aber allemal, da der Film Witz und Tragödie perfekt abgewogen dem gebannten Zuschauer entgegenbringt. Dadurch ist „My Week with Marilyn“ ungemein sehenswert und unterhält pausenlos. Ich hatte Spaß beim Ansehen und war dankbar für einen weiteren, hervorragend eingefangenen, Blick hinter die – nur offensichtlich – tadellose Fassade einer Ikone.

Bild

Am Bild gibt es eigentlich nicht viel auszusetzen. Es gibt nur selten leichte Unschärfen, sowohl in Fern-, als auch in Nahaufnahmen. Das Filmkorn ist in dunkleren Szenen/Stellen nur leicht erkennbar und dadurch absolut nicht störend. Das Bild ist nicht sonderlich plastisch, was aufgrund des gewünschten Nostalgie-Effekts aber nicht im geringsten stört.

Ton

Überraschenderweise gibt es einige hervorragende Surround-Effekte, wie die zahlreichen Blitzgewitter der Presse oder Szenenwechsel unterlegt mit einem beinahe schon epischen *wusch*. 😉 Auch der Soundtrack gefällt durch seine ordentliche Räumlichkeit. Die Stimmen sind zu jeder Zeit klar verständlich und das „HD“ im Ton ist ebenfalls gut wahrnehmbar.

Extras

Ich möchte auf folgende 2 Extras eingehen:

  • Making of
  • The Untold Story of an American Icon

Ob ihr es nun glaub oder nicht, aber das „Making of“ ist beinahe 1:1 das selbe wie „The Untold Story of an American Icon“, nur eben mit deutschen Sprechern synchronisiert. Ich bin mir nun nicht so ganz sicher, ob man von einer gewissen Frechheit sprechen kann, aber zumindest grenzt es daran. Zumal dieses deutsche Making of auch um einige Minuten kürzer ist als die untertitelte Langfassung im O-Ton.

Fazit

„My Week with Marilyn“ hat mich überrascht und erneut mein Interesse an dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit geweckt. Die Blu-ray unterstützt den allgemein positiven Gesamteindruck mit dem guten Bild und klaren, räumlichen Ton.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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