Kochen ist Chefsache (2012)

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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Jeder kann kochen!

So lautete der Leitspruch im wundervollen Animationsfilm „Ratatouille“, in dem eine Ratte in Paris zum Spitzenkoch mutiert. Darf man „mutiert“ eigentlich sagen wenn es um die gute Küche geht? Irgendwie schon. Und wenn überhaupt, dann auf jeden Fall jetzt! Denn in „Kochen ist Chefsache“ geht es unter anderem auch um die Molekularküche, die man durchaus als mutiert bezeichnen könnte.

An dieser Stelle eine kleine Besonderheit. Die Frage, warum ich mir „Kochen ist Chefsache“ angesehen habe. Dafür gibt es genau 2 Gründe:

  1. Siehe oben: „Ratatouille“, der mehr mit dem Film gemein hat, als nur den Schauplatz.
  2. Ziemlich beste Freunde„. Eine wundervolle Komödie aus – ja, richtig – Frankreich!

Filmkritik

Seit einiger Zeit bin ich überzeugt, dass unser Nachbarland mehr drauf hat, als nur guten Wein und romantische Postkarten mit dem Eiffelturm darauf. Und soll ich euch etwas sagen: Ich hatte Recht!

„Kochen ist Chefsache“ macht einfach Spaß. Jean Reno gibt (ungewohnt) weder den kalten Killer noch den Mörder-Jäger, sondern den gefeierten Chefkoch, der keine Lust mehr auf all den Stress hat und einfach wieder in seiner Privatküche zaubern möchte. Jean Reno ist ein Meister der tausend Gesichter, auch wenn es irgendwie immer gleich aussieht. Den überheblichen Küchenchef mit Gewissensbissen kauft man ihm sofort ab. Michaël Youn hingegen ist mein Remy. Eine fleißige, kleine Ratte, die zum besten Koch Frankreichs aufsteigen möchte. Gut, Ratte mag jetzt etwas böse klingen, das aber auch nur, wenn man „Ratatouille“ nicht im Hinterkopf behält. Und so absurd das jetzt auch klingen mag, aber von seiner ganzen Art und sogar dem Aussehen, seiner Mimik und Gestik her, erinnert er mich beständig an den kleinen Koch.

Genau wie Remy lässt sich Jacky Bonnot (Michaël Youn) nichts sagen. Wenn er kocht, dann mit Leidenschaft. Und selbst wenn dann einmal sein Chef – der ihn immer noch feuern könnte – daher kommt und etwas Thymian hinzu geben möchte, rennt Jacky mit dem Topf in der Hand wie von der Tarantel gestochen davon. Klingt lustig? Das ist es auch, immer und immer wieder. So oft wie es eben vorkommt. Und das ist nun einmal oft.

„Kochen ist Chefsache“ ist allerdings keine Komödie durch und durch. Genau so wie auch „Ziemlich beste Freunde“ legt der Film Wert auf Gefühle. Vielleicht nicht gar so tiefgreifend, aber die Einzelschicksale der Hauptpersonen werden geschickt und zugleich vergnüglich herausgearbeitet. Definitiv ein Punkt, den man dem Film hoch anrechnen muss. Hier wird der Lachmuskel nicht mit dem Vorschlaghammer malträtiert, sondern in angenehmen Zeitabständen sanft gestreichelt oder gar hin und wieder mit einer Feder gekitzelt.

Aber Achtung: Man darf bei „Kochen ist Chefsache“ kein Meisterwerk erwarten. Der Film ist einfach nur amüsant und schön anzusehen. Etwas woran sich die Geister scheiden werden, ist der französische – oft etwas kindische – Humor, der hier weitaus intensiver eingesetzt wird, als beispielsweise in „Ziemlich beste Freunde“, der durch seinen weltoffeneren Humor eine deutlich größere Zielgruppe angesprochen hat. Und warum sage ich das? Weil „Kochen ist Chefsache“ das vermutlich nicht tun wird. Schade irgendwie.

Film-Fazit: „Kochen ist Chefsache“ ist leicht bekömmlich und prickelnd im Abgang.

Blu-ray

Bild

Die haute cuisine Frankreichs ist hervorragend ausgeleuchtet und scharf wie Tabasco. Die Restaurantkritiker wären begeistert. So bin es aber ich als Blu-ray-Tester und freue mich über diese sehr gelungene Veröffentlichung.

Ton

Immer wenn ich französische Musik im Hintergrund höre, würde ich am liebsten in einem schönem Cafe am Straßenrand sitzen, einen vollmundigen Wein genießen und – sofern möglich – auf die Seine oder den Eiffelturm blicken. Die Musik in „Kochen ist Chefsache“ versprüht dieses köstliche und anregende Aroma im ganzen Raum. Vermengt wird die Köstlichkeit durch ein paar wenige, aber angebrachte Surround-Gewürze. Die gesprochenen Texte sind Poesie in meinen Ohren und zu jeder Zeit gut verständlich.

Extras

Der Chefkoch empfiehlt heute als Vorspeise kleine geschnittene Szenen, als Nachspeise ausgewählte Outtakes und das ansprechende Making of als Hauptgericht. Das wohl durchdachte und mit Kochsprüchen durchzogene Menü ist von Ihrem Platz aus ansprechend und gut erkennbar. Darf es sonst noch etwas sein? – Nein, danke. Ich bin mit Ihrer Auswahl sehr zufrieden.

Fazit

„Kochen ist Chefsache“ auf Blu-ray – so etwas gutes bekommt man selten. Schön scharf, aussagekräftig und mit leckeren Extras verfeinert. Mehr davon!

Senator Film (Plakat & Trailer)

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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