Killing Them Softly (2012)

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
Besucher:1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
5,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Brad Pitt, Gangster und Style – perfekt! „Killing Them Softly“ ist wieder einer der Filme, die ich im Kino verpasst hatte, obwohl ich ihn unbedingt sehen wollte. Warum ich jetzt aber gar nicht mal so traurig bin, ihn genau dort nicht gesehen zu haben? Weiterlesen!

Filmkritik

Ein Gangster (Ray Liotta) raubt sein eigenes Pokerspiel aus und findet es wenig später so lustig, dass er all seinen Freunden davon erzählt. Diese Nachricht verbreitet sich ohne erkennbare Nebenwirkungen wie ein Lauffeuer, bis irgendjemand auf die Idee kommt, genau so ein Pokerspiel zu stürmen und die Beute zu stehlen. Es würde schließlich wieder auf den Gangster selbst zurückfallen. Gesagt, getan. 2 Grünschnäbel werden auf die hungrige Meute losgelassen, sammeln die Kohle und verschwinden wieder. Dass das dem einen oder anderen nicht in den Kragen passt, sollte logisch sein. Und so kommt der Killer Jackie Cogan (Brad Pitt) ins Spiel, der zum einen den Schuldigen finden soll und zum anderen irgendwie einfach nur einen nach den anderen ausschaltet. Problem und Lösung sozusagen! Das Problem: Spätestens ab da, wo Brad Pitt auftaucht, verkommt der Film zu einem sinnlosen Katz- und Mausspiel, das eigentlich immer mit dem Tod endet. Und sobald dann der Abspann läuft, weiß man ehrlich gesagt nicht so genau, worin der Sinn in diesen insgesamt 101 Minuten bestand.

Müsste ich meinen Lieblingsdarsteller aus diesem Film benennen, so wäre es nicht Brad Pitt, sondern ganz klar Ray Liotta, der einen herrlichen Angstbeisser-Gangster abgibt. Es macht unendlich viel Spaß ihm bei der Arbeit zuzusehen, bis zu dem Zeitpunkt, ab dem man ihn eben nicht mehr zu sehen bekommt. Denn sobald Brad Pitt seine große Runde macht und die Leute „softly“ aus der Entfernung killt, ist die Luft zu einem Großteil raus. Das selbe gilt übrigens auch für die Spannung, die eigentlich nur einmal deutlich spürbar ist. Nämlich im Pokerhinterzimmer, wenn die 2 Grünschnäbel in aller „Ruhe“ gut 20 Gangster ausrauben, jeder (scheinbar) mit dem Finger am Abzug. Hier sind die Nerven zum Zerreißen gespannt, bis sich letztendlich alles in einer letzten, ca. 1-stündigen, zumeist sehr gesprächsintensiven Schlacht verliert. Die wenigen blutigen Einschüsse sind gelungen und für einen Gangsterfilm eben unablässig – hier gibt es nichts zu meckern. Schade nur, dass das Gesamtkonzept nicht passen will.

Allgemein ist der Film sehr still und versucht immer wieder in bester Tarantino-Manier mit ausladenden Gesprächen zu trumpfen, die aber zumeist einfach nur langweilen. Nur selten gibt es ein paar hörenswerte Wortgefechte oder gar Oneliner, die es allerdings nicht vermögen die Langatmigkeit auszugleichen.

„Killing Them Softly“ ist sehenswert, aber beileibe kein Meisterwerk. Er ist nicht der beste oder gar ein besonders guter Gangsterfilm. Er ist überstilisiert und nur selten spannend. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich eigentlich keine Ahnung, was genau der Film sein soll oder mir gar sagen wollte. Enttäuschung macht sich breit, vielleicht aus dem Grund, weil ich zu viel erwartete.

Blu-ray

Bild (1920x1080p | 2.35:1)

Die Schärfe ist gut, aber nur selten in Referenznähe. In den zahlreichen dunklen Szenen ist die Körnung klar zu erkennen, stört aber nur selten. Überrascht war ich vor allem, dass es auch viele relativ weiche Stellen im Film zu „bestaunen“ gibt.

Zusammenfassend ist das Bild (nur) gut.

Ton (Deutsch DTS-HD MA 5.1)

Nur selten darf man sich über präzise und hörenswerte Surround-Effekte freuen. Dahingegen hat der Sub des öfteren etwas zu tun und die Stimmen sind zu jeder Zeit klar verständlich. Musik gibt es so gut wie keine. Ein paar nervige Geräusche im Hintergrund sollten scheinbar Atmosphäre aufbauen, nervten aber einfach nur.

Extras

5 Minuten Making of und ca. 10 Minuten Deleted Scenes – Bonusmaterial ist das sicher, aber was für eines? Die Deleted Scenes lasse ich noch als solche durchgehen, aber die Lobpreisung im Making of eher nicht. Dazu gibt es zu wenig Hintergrundinfos und zu viel Liebelei gegenüber dem Film von Seiten der Macher.

Fazit

„Killing Them Softly“ ist beileibe kein schlechter Film, aber fernab dem, was ich erwartet hatte: Eine Gangsterfilm-Offenbarung im Stile von „Drive“. Brad Pitt-Fans hingegen bekommen einen skrupellosen Killer geboten, den letztendlich nur eines interessiert: Den Film zu einem sinnvollen Ende zu lenken, was er aber nicht schafft. Der Cliffhanger soll cool wirken, vermittelt im Endeffekt aber nur die Unfähigkeit der Macher. Die Blu-ray kann mit einem guten Bild, sowie einem sehr guten Ton trumpfen. Die Extras sind mäßig, werden allerdings gestützt von einem Wendecover.

PS: Eine sehr gute (aktuelle) Alternative: „Lawless„.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

Jetzt bei Amazon einkaufen und sparen

Das könnte dir auch gefallen!

1 Response

  1. donpozuelo sagt:

    Schade, hatte mir irgendwie mehr von dem Film erhofft. Anschauen werde ich ihn mir sicherlich trotzdem mal…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.