In den Straßen der Bronx (1993)

Filmherum:2.5/52.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Mit Gangsterfilmen ist das so eine Sache. Entweder man liebt sie, oder man hasst sie. Ich stehe der Sache eigentlich relativ neutral gegenüber. Generell mag ich solche Filme, kann aber nur selten etwas mit den langen Laufzeiten und dementsprechend übermäßig Leerlauf anfangen. Wie das nun mit „In den Straßen der Bronx“ ist? Da empfehle ich euch einfach weiterzulesen.

Story

Es ist das Jahr 1960 in New York. Der neunjährige Calogero (Francis Capra) wächst mitten im pulsierenden Leben der Bronx auf. Sein Vater Lorenzo (Robert De Niro) ist Busfahrer und setzt alles daran, seinen Sohn von den Gefahren der Straße fernzuhalten. Eines Tages verändert ein Erlebnis schlagartig Calogeros Leben: Er wird Zeuge, wie der Mafiaboss Sonny (Chazz Palminteri), den er immer bewunderte, vor seinen Augen einen Mann erschießt. Calogero deckt Sonny und hat von nun an zwei Väter. Acht Jahre später ist Calogero (Lillo Brancato Jr.) immer noch zwischen seinen zwei Vorbildern hin und hergerissen. Das Stadtviertel hat sich verändert, immer mehr Schwarze haben sich niedergelassen. Hier findet Calogero seine erste große Liebe und steht plötzlich bei den aufkeimenden Rassenkonflikten zwischen den Fronten.

Filmkritik

„In den Straßen der Bronx“ sah ich auf Blu-ray zum ersten Mal. Hat mich der Film überrascht? Teilweise. Was mir von Anfang an ins Auge stach, ist die schauspielerische Leistung von Chazz Palminteri, der einen genialen Gangsterboss abgibt. Robert De Niro hingegen spielt zwar gewohnt gut, ist aber vergleichsweise eher selten zu sehen. Calogero, in der Kindheit gespielt von Francis Capra und im Teenie-Alter von Lillo Brancato Jr., ist der Hauptdarsteller in diesem Film und wird von beiden Schauspielern ähnlich gut verkörpert. Zwar hätte ich als Regisseur Lillo Brancato Jr. mehr als nur einmal gesagt, dass der dümmliche Gesichtsausdruck im Augenblick nicht angebracht ist, aber ansonsten spielt er den zwischen zwei Vätern hin- und her gerissenen Jungen mindestens genauso überzeugend wie sein jüngeres Ich.

Wie erwartet, setzt auch „In den Straßen der Bronx“ auf lang anhaltende Stillleben in Form von Großaufnahmen. Diesem Film kann ich das allerdings nicht ankreiden. Den Dialogen sei Dank habe ich jedes noch so langsam gesprochene Wort in mich aufgesaugt. Vor allem die Erzählung des Hauptdarstellers ist Grund genug, gespannt den Film zu folgen. Nur zu gerne wollte ich wissen, wie sich sein Leben entwickelt. Wird er der skrupellose Gangster oder hört er auf seinen Vater und sucht sich einen richtigen Job und schlägt den Weg des harten aber gerechten Lebens ein? Es macht Spaß seine Entwicklung zu verfolgen.

Robert De Niro, der auch hinter der Kamera Platz genommen hat, schuf ein großartiges Gangsterdrama, das nicht nur mit wilden Schießereien überzeugen möchte, sondern auf die Charaktereigenschaften und Beweggründe der unterschiedlichsten Menschen viel Wert legt. In diesem Zuge möchte ich gerne noch einmal Chazz Palminteri als Gangsterboss Sonny erwähnen, der mir mehr ans Herz gewachsen ist als jeder andere Mafiosi der Filmgeschichte.

Und nun habt ihr den Salat. Jetzt sage ich, der nicht der größte Fan von Gangsterfilmen ist, dass „In den Straßen der Bronx“ großartig ist. Was macht ihr dann erst, wenn ihr solche Filme liebt?

Bild

Für einen Film aus dem Jahr 1993 ist das Bild zwar gut aber nicht überzeugend. Ich hatte oft das Gefühl, dass das Bild nur hochgerechnet ist. Grund zum Anlass gab das aquarellartige Bild, das zwar schön scharf rüber kommt, aber wie gezeichnet wirkt. Zudem gibt es einige wenige Schmutz- und Staubpartikel zu sehen, die mich allerdings nicht gestört haben. Das Bild wirkt insgesamt sehr grobkörnig aber zu keiner Zeit wirklich schlecht. Das Problem ist einfach, dass ich schon ältere Filme mit besserem Bild auf Blu-ray gesehen habe. Deshalb fällt die Wertung hier nicht ganz so gut aus.

Ton

Sie nannten ihn „Stereo“. Was „DTS-HD MA 5.1“ sein soll, ist nur selten räumlich. Zwar fährt hin und wieder ein Auto sozusagen durch den Raum, was dann allerdings schon das höchste der Gefühle darstellt. Die Aufteilung auf die vorderen Boxen hingegen ist sehr gelungen. Hier ergibt sich ein guter und hochwertiger Stereoton. Für das 5.1 hätte ich mir zumindest noch gewünscht, dass der Soundtrack auf alle Boxen verteilt würde. Schade.

Extras

Zonk.

Fazit

Ist „In den Straßen der Bronx“ ein Meisterwerk? Nein. Aber ein mehr als würdiger Vertreter des Genres. Schade nur, dass die Blu-ray nicht besser ausgefallen ist. Das Bild ist lediglich gut, der Ton enttäuscht etwas und die Extras,… welche Extras?

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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