Falsches Spiel mit Roger Rabbit (1988)

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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Bob Hoskins und einer der zur damaligen Zeiten bekanntesten Hasen machten gemeinsam über die Grenzen des Realismus hinweg die Crime-Komödie 1988 salonfähig. „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ oder der weitaus schönere Originaltitel „Who Framed Roger Rabbit“ hat in über 20 Jahren nichts von seiner Faszination verloren. Das Zusammenspiel Mensch/Zeichentrick funktioniert immer noch, wenngleich es (verständlicherweise) nicht an jüngere Werke heranreicht. Dennoch muss man sowohl Regisseur Robert Zemeckis als auch die Animatoren für ihre Leistungen loben und beglückwünschen.

Filmkritik

Soweit ich mich zurückerinnere, hatte ich bei diesem Film als Kind ziemlich großen Bammel, was vor allem an einem großartigen Christopher Lloyd lag, der Bösewichte verkörpern kann wie kein zweiter. Andererseits musste ich aber auch jedes Mal wieder Tränen lachen, wenn Roger Rabbit beispielsweise ein Kühlschrank auf den Kopf flog. Alte Zeichentrickserien waren nicht weniger brutal als aktuelle, sie verpackten es nur weniger offensichtlich. Das gilt allerdings nur stellenweise für „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, da die Gewalt hier eine essentielle Rolle spielt. Denn ohne diese hätte der Privatermittler Eddie Valiant keinen Fall und der Zuschauer keinen spannenden und zugleich äußerst amüsanten Film.

Gerne stecke ich den Film in die Kategorie Crime, da sowohl das Setting dazu passt, als auch die schauspielerischen Leistungen. Bob Hoskins ist nicht minder ein Genie als Christopher Lloyd und sorgt für die nötige Portion trockenen Humor, der wunderbar mit Roger Rabbit’s abgedrehter Art harmoniert. Diese beiden sind ein Dreamteam, das es nie gegeben hat. Den Animatoren sei dank, erlebt man auch heute noch eine faszinierende Welt, in der Trickfiguren mit Menschen agieren. Ich verdanke es vermutlich meiner kindlichen Liebe zu diesem Film, dass ich heute gerne über die eine oder andere tricktechnisch lächerlich wirkende Szene hinwegsehe.

„Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ war und ist auch immer noch ein Meisterwerk. Der Film unterhält von Anfang bis Ende, wird zu keiner Minute langweilig und begeistert beinahe jeden zweiten Lidschlag mit frischen Ideen. Frisch natürlich in Anbetracht dessen, was damals möglich und neu war. Heute wird bereits mehr aus diesem Film wiederverwendet, als einem lieb ist. Und richtig zu schätzen weiß man ihn eigentlich nur, wenn man mit ihm aufgewachsen ist. Ich betone dies gerne, da es viele Filme gibt, die zeitlos sind – dieser gehört meiner Ansicht nach nicht dazu. Wenn man allerdings offen und ohne Vorurteile an dieses Werk herangeht, kann man durchaus auch heute noch sehr viel Spaß damit haben.

Blu-ray

Bild

Ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie gut das Bild ausgefallen ist. Ja, negative Aspekte gibt es und diese arbeiten wir zuerst ab. So sind die Realfilmszenen mit offensichtlichem Filmkorn meist ein ganzes Stück schärfer als die Zeichentrickaufnahmen. Das Zusammenspiel wirkt dadurch natürlich weitaus weniger perfekt als eh schon. Zudem sind die „scharfen“ Realfilmszenen nicht auf Referenzniveau, bzw. überhaupt in der Nähe davon. Andererseits entsteht trotz der leichten Farbarmut ein annehmbar plastischer Effekt. Insgesamt ist die Aufbereitung gut gelungen, denn „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ sah noch nie besser aus.

Ton

Mir persönlich war der deutsche Ton zu frontlastig. Die Surround-Effekte hielten sich leider zurück, was enttäuschend ist, wenn man bedenkt, was diverse Filmszenen, allen voran die Toon-Stadt, für Möglichkeiten geboten hätten. Was allerdings aus den vorderen Boxen an Stereo-Sound herauskommt ist völlig akzeptabel. Die Stimmen sind zu jeder Zeit gut verständlich, wenngleich auch etwas dumpf.

Extras

Mein Highlight der Extras sind ganz klar die 3 Kurzfilme, die ebenfalls in HD auf der Disc sind. Diese orientieren sich am Anfang des Films und machen einfach unendlich viel Spaß. Von den Featurettes kann ich vor allem „Hinter den Ohren“ empfehlen. Dieses kleine, etwa halbstündige Making of zeigt einen ziemlich detaillierten Einblick in die Entstehung des Films.

Zusätzlich zu meinen Favoriten gibt es noch weitere kleine Featurettes, manchmal etwas oberflächlich, manchmal sehenswert. Erwähnenswert wäre vll. noch die geschnittene Schweinekopf-Szene, die man zumindest 1x im Leben gesehen haben sollte.

Ein Wendecover fehlt leider.

Fazit

1988 war die Welt noch in Ordnung. Da funktionierten Filme wie „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, die noch ohne den Einsatz aufwendiger Computereffekte zu überzeugen wussten. Heute muss entweder alles aus dem Computer stammen oder zumindest wahnsinnig realistisch aussehen. Demnach kann man froh sein, dass solche alte Perlen auch heute noch den Weg auf Blu-ray finden. Hier kann man Fans nur zum Kauf ermutigen. Die Scheibe ist durchaus gelungen, wenngleich vermutlich ein bisschen mehr Arbeit noch mehr hätte rausholen können.

© 2013 Buena Vista Home Entertainment, Inc. and Amblin Entertainment, Inc.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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